Die Bilder übereinanderlegen / Collage / C-Print with Acryl and Paper / 20 x 30 / 2017

[...] ich arbeite mit der Annahme, dass unser psychischer Mechanismus durch Aufeinanderschichtung entstanden ist, indem von Zeit zu Zeit das vorhandene Material von Erinnerungsspuren eine Umordnung nach neuen Beziehungen, eine Umschrift erfährt“. (Freud 1986: 217, Hervorheb. i.O.)

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Inspiriert von Italo Calvinos Buch 'Die unsichtbaren Städte', Freuds 'Notizen über den Wunderblock' sowie durch den Sammelband 'A Compantion to the City' – Edited by Gary Bridge & Sophie Watson beziehen sich diese Arbeiten auf Traumbilder, Schichtungen und Erinnerungspuren in Verbindung zur Stadt und imaginären Raumen.

Schichtung und Erinnerungsspur sind bedeutsame Komponenten in Freuds Notizen über den Wunderblock. Er vergleicht den Bau des ‚seelischen Apparats’ mit einem Wunderblock, einer Schreibtafel, welche aus mehreren Schichten besteht. Diese wiederum ist mit einem weichen Material beschichtet, das mit einem schützenden Deckblatt versehen ist. Zwischen diesem Deckblatt und der Tafel befindet sich ein weiters Blatt. Wird in das aufliegende Deckblatt hineingeschrieben oder auch gezeichnet, so drückt sich das Papier in den weichen Untergrund und hinterlässt dort einen lesbaren Abdruck. Nimmt man das Deckblatt wieder ab, verschwindet die Schrift. Auf der weichen Spur ist sie jedoch als Vertiefung noch entzifferbar und bewahrt so eine dauerhafte Spur des Gezeichneten oder Geschriebenen (vgl. Scherer 2001: 75).

„Freud beschreibt mit diesem Modell die unbegrenzte Aufnahmefähigkeit des ‚seelischen Apparates’ bei gleichzeitiger Bewahrung von dauerhaften Erinnerungsspuren, die jedoch nicht als unveränderlich gedacht werden [...].“ (Scherer 2001: 75)

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Inspired by Italo Calvino's book 'The Invisible Cities', Freud's 'Notizen über den Wunderblock' and the anthology 'A Compantion to the City' - Edited by Gary Bridge and Sophie Watson, these works relate to dream images, layers and traces of memory in connection with City and imaginary spaces.

Layering and memory trace are significant components in Freud's 'Notizen über den Wunderblock'. He compares the construction of the "mental apparatus" with a Wunderblock (miracle block), a writing board consisting of several layers. This is coated with a soft material, covered with a protective cover sheet. Between this cover sheet and the board is another sheet. If written in the overlaid cover sheet or drawn, the paper presses into the soft ground and leaves there a readable mark. If you take the cover off again, the inscription/mark disappears. On the soft track, however, it can still be deciphered as an indentation, thus preserving a lasting trace of what has been drawn or written (see Scherer 2001: 75).

With this model, Freud describes the unlimited receptivity of the 'mental apparatus', while at the same time it preserves lasting traces of remembrance, that are not thought to be immutable [...]. "(Scherer 2001: 75)

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